Die allermeisten zahlen 0 € Erbschaftssteuer

Die Grünen haben einen dringlichen Antrag zur Erbschaftssteuer im Nationalrat eingebracht. Der Antrag wurde abgelehnt, die Erbschaftssteuer-Debatte ist jedoch entfacht – und die Wiedereinführung längst überfällig. Unsere Analyse zeigt: Für 98 Prozent der Haushalte fallen 0 Euro Erbschaftssteuer an.

Die Grünen haben einen dringlichen Antrag zur Erbschaftssteuer im Nationalrat eingebracht. Der Antrag wurde abgelehnt, die Erbschaftssteuer-Debatte ist jedoch entfacht – und die Wiedereinführung längst überfällig. Unsere Analyse zeigt: Für 98 Prozent der Haushalte fallen 0 Euro Erbschaftssteuer an.

Nur die Reichsten zahlen Erbschaftssteuer. Freibeträge schützen Hauptwohnsitz und Familienbetriebe. Die Grafik zeigt welche Perzentile der Haushalte nach Nettovermögensgruppen eine Erbschaftssteuer bezahlen würde. Erst die reichsten zwei Prozent der Haushalte würden bei den Freibeträgen nach dem Modell der Grünen eine Steuer bezahlen.

Ein wichtiger Punkt in der Debatte wird oft übersehen: Es wird nicht das gesamte Erbe besteuert, sondern nur der Anteil über dem Freibetrag. Selbst bei einer üppigen Erbschaft in Höhe von 1,5 Millionen Euro Geldvermögen fallen lediglich 125.000 Euro an Steuer an – nur 8,3 Prozent des gesamten Erbvolumens.

#Lohnnebenkostensenkung: Mit Gegenfinanzierung droht Jobabbau – ohne droht Budget-Milliardengrab

Für 2027 hat die Bundesregierung unter Budgetvorbehalt eine Lohnnebenkosten-Senkung vereinbart. Ohne Gegenfinanzierung wird sie zum Milliardengrab für das Budget. Mit Gegenfinanzierung drohen aber netto Arbeitsplatzverluste. Denn Kürzungen bei anderen staatlichen Aktivitäten – weniger Wohnungsbau, weniger soziale Dienstleistungen – kosten mehr Jobs als eine Lohnnebenkostensenkung bringen würde. Angesichts des schleppenden Wirtschaftsaufschwungs mit weiterhin steigender Arbeitslosigkeit sollte die Bundesregierung ihr Geld effektiver einsetzen.

#Doku-Release: Fast Fashion

Der wahre Preis von Billigmode: Wie das System hinter Fast Fashion zum Konsum treibt, die Umwelt zerstört und Arbeitskräfte ausbeutet. Diese neue Doku der Moment.at-Redaktion könnt ihr ab sofort hier streamen:

#LIVE: "Funkenschwestern - Wie Feminismus alles besser macht!"

Du möchtest Barbara Blaha live sehen? Für Graz, St. Valentin, Schärding, Steyr, Linz und im Stadtsaal Wien gibt es noch Karten! Alle Infos zu ihrem neuen Buch und Tickets zum Bühnenprogramm gibt es hier.

#Paper der Woche: Erbschaftssteuer erhöht Erwerbsbeteiligung

Neben direkten Einnahmen aus der Erbschaftssteuer bleiben indirekte Effekte – etwa zusätzliche Einkommenssteuern durch höhere Erwerbsbeteiligung – oft unsichtbar. Dabei passen Erb:innen ihr Arbeitsangebot oft schon vor der Erbschaft an, wenn sie wissen oder vermuten, dass sie später erben werden. Momentum-Praktikantin Julie Praeg fasst das Paper der Woche zusammen.

Mit einem Lebenszyklusmodell zeigt die Analyse am Beispiel Deutschland, wie sich Änderungen des Arbeitsangebots durch Erbschaftssteuern auf die Staatseinnahmen auswirken: Pro Euro Erbschaftssteuer erhält der Staat zusätzlich rund 9 Cent an Einkommenssteuer. /4

Momentum Institut (@momentum-institut.at)2026-02-26T14:32:03.129Z

#Momentum in den Medien

Aufs Jahr gerechnet zahlen Großkonzerne erst ab dem 5. Februar tatsächlich Steuern auf ihre Gewinne. Fast jeder zehnte Euro an Unternehmenssteuern geht dem österreichischen Staat wegen Steuervermeidung verloren, schreibt Leonard Jüngling anlässlich des Corporate Tax Refusal Day im Gastkommentar für den ‘Kurier’.

Leonard Jüngling schreibt im Kurier: Viele multinationale Konzerne erwirtschaften ihre Gewinne hier, versteuern sie aber in Steuersümpfen. Österreich entgehen dadurch allein 2025 Steuerbeiträge in Höhe von 1,3 Milliarden Euro.

Wir haben berechnet, wer wie viel Erbschaftssteuer zahlen müsste. Betroffen wären nur sehr große Erbschaften, wie auch Der Standard und die Dolomitenstadt berichten. So ließe sich auch die Schieflage im Budget korrigieren, erklärt Momentum-Chefökonom Oliver Picek gegenüber Vorarlberg Online.

Anlässlich des Equal Pay Days am 11. Februar haben wir uns den anhaltenden Gender Pay Gap angesehen. Einer der Gründe für die geschlechtsspezifische Lohnlücke ist die geringe Beteiligung an der Väterkarenz, worüber die Wiener Zeitung kürzlich schrieb.

Außerdem wird oft so getan, als ließe sich der Gender-Pay-Gap mit “mehr Bildung” lösen. Die Realität widerlegt das aber: Frauen sind längst besser ausgebildet als Männer, schreibt Sophie Achleitner zum Gender Pay Gap im Gastkommentar für die 'Tiroler Tageszeitung'.

#re:publica Vienna 2026

Das wichtigste europäische Festival für digitale Gesellschaft, Politik, Tech und Kultur kommt am 02. und 03. Oktober nach Wien. Sei dabei und sicher dir dein Ticket hier: vienna.re-publica.com/de

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