Erbschaften reduzieren Arbeitszeit

Während Arbeit in Österreich hoch besteuert wird, bleibt das leistungslose Einkommen durch Erbschaften de facto steuerfrei. Unsere neue Analyse zeigt nun: Wer erbt, arbeitet im Schnitt weniger Stunden als Menschen ohne Erbschaft.

Wir haben den Zusammenhang zwischen Arbeitszeit und Erbschaften in Österreich analysiert. Das Ergebnis: Wer erbt, arbeitet im Schnitt weniger Stunden als Menschen ohne Erbschaft. Während Arbeit aber hoch besteuert wird, bleibt das leistungslose Einkommen durch Erbschaften de facto steuerfrei.

Grafik des Momentum Instituts, die zeigt, dass Personen in Haushalten, die geerbt haben (abgesehen von Personen im 4. Zehntel) über die gesamte Vermögensverteilung hinweg kürzer arbeiten. Die geringste Arbeitszeit haben Erbende in den ärmsten 20 und in den reichsten 10 Prozent der Bevölkerung.

Im Schnitt gehen Menschen in Österreich 35,9 Stunden pro Woche ihrer hauptberuflichen Arbeit nach. Über alle Vermögenszehntel hinweg, leisten Personen mit Erbschaft durchschnittlich weniger Wochenstunden Arbeit (34,7 Stunden) als jene ohne Erbschaft (36,6 Stunden). Auf das ganze Jahr gerechnet sind das rund 102 Stunden, die Erbende durchschnittlich weniger an Arbeit leisten.

#Lohntransparenz kann Frauen bis zu 2,7 Milliarden Euro im Jahr bringen

Österreich hätte die EU-Lohntransparenzrichtlinie bis 7. Juni 2026 in nationales Recht umsetzen müssen. Nun ist die Bundesregierung seit vier Monaten säumig. Was eine wirksame Umsetzung für die Einkommen von Frauen bedeuten könnte, zeigt unsere Szenarien-Rechnung. 

Fehlende Lohntransparenz kostet Frauen bis zu 2,7 Milliarden Euro jährlich. Geschätztes entgangenes Einkommen unselbständig erwerbstätiger Frauen in Österreich pro Jahr. Bei 10 Prozent weniger Gender Pay Gap bedeutet das 0,43 Euro pro Arbeitsstunde mehr, also 1,3 Milliarden Euro jährlich. Bei 20 Prozent weniger Gender Pay Gap sind das 0,86 Euro mehr, sprich 2,7 Milliarden Euro jährlich.

#Gewinn-Margen der Mineralölkonzerne treiben Inflation an

Die Inflationsrate in Österreich ist auf 3,6 Prozent gestiegen, vor allem durch höhere Preise für Benzin, Diesel und Heizöl. Wir haben berechnet, dass allein 0,8 Prozentpunkte der September-Inflationsrate durch die Margensteigerungen der Mineralölkonzerne zustande kommen, und empfehlen deshalb stärkere Margeneingriffe.

Inflation im September um 0,8 Prozentpunkte niedriger ohne erhöhte Preisaufschläge bei Mineralölprodukten. Eine Grafik des Momentum Institut. Dargestellt ist die Inflation mit und ohne den durch Aufschläge bei Sprit und Heizöl verursachten Preisanstieg. Die Inflation wäre zwischen -0,3 und -0,7 Prozentpunkte niedriger gelegen von März bis August.

#Märkte, Macht und Mythen: Vergesellschaftung ist mehr als Staat oder Markt

Die Idee der Vergesellschaftung ist seit der Berlin-Wahl und dem "Deutsche Wohnen & Co enteignen"-Volksentscheid ein großes Thema. Es drehen sich auch viele Missverständnisse darum. Wann ergibt die Idee Sinn – wann nicht? Leonhard Dobusch wagt den Deep Dive in einer neuen Folge Märkte, Macht und Mythen. 

#re:publica Vienna war ein voller Erfolg!

Unsere 170 Speaker:innen, darunter Stargast Collien Fernandes, 840 verkaufte Tickets, sowie 41 freiwillige Helfer:innen haben die erste re:publica Vienna zu etwas ganz Besonderem gemacht. Danke dafür!

#Paper der Woche: Wie Kinder die Lohnlücke befeuern

Kinder tragen heute deutlich stärker zur geschlechtsspezifischen Lohnlücke bei als noch in den 1960er-Jahren. Zu diesem Schluss kommt das Paper der Woche, das sich mit langfristigen Einkommenseffekten von Elternschaft in Deutschland beschäftigt.

Für die Schätzung der Child Penalties wird für Mütter ein hypothetisches Einkommen angenommen, das auf den Einkommen kinderloser Frauen basiert. Der Vergleich mit ihrem tatsächlichen Einkommen zeigt: Zehn Jahre nach der Geburt bekommen Mütter rund 60 Prozent weniger bezahlt.

— Momentum Institut (@momentum-institut.at)2026-10-08T14:51:54.529Z

#Unterstütze Momentum

Das Momentum Institut und das dazugehörige Magazin Moment.at arbeiten unabhängig von Parteien, Banken und Konzernen. Damit das möglich ist, brauchen wir die Hilfe möglichst vieler Menschen. Alle Möglichkeiten, uns zu unterstützen, findest du hier. Jeder Euro macht einen Unterschied. Herzlichen Dank, falls du uns schon unterstützt – du machst unsere Arbeit möglich.

#Momentum in den Medien

Vergangene Woche kam der Vorschlag, den Spitzensteuersatz zu erhöhen. Im Gegenzug bekämen ärmere Familien mit Kindern eine höhere Steuergutschrift. Doch die Solidarität der Spitzenbezahlten und ihrer Lobby war mit armen Kindern enden wollend, schreibt Oliver Picek im Kommentar für das Moment Magazin.

Oliver Picek schreibt im Moment Magazin: Der Spitzensteuersatz für Topbezahlte sollte leicht erhöht werden. Das betrifft in ganz Österreich nur 5.000 Leute: Geschäftsführer, Vorstände in großen Konzernen, und wirklich reiche Selbstständige.

Der Anstieg der Teuerung geht mitunter auf die Erhöhung der Gewinnmargen bei Treibstoffen und Heizöl zurück, wie unsere Inflationsanalyse veranschaulicht. Darüber berichteten zahlreiche Medien, darunter die Niederösterreichischen Nachrichten, die Salzburger Nachrichten und die ZIB 2. 

Auch unsere Analyse zum Zusammenhang von Erbschaften und Arbeitszeit haben einige Medien in ihre Berichterstattung aufgenommen, etwa der Kurier, brandaktuell und das Wirtschaftsjournal. Unterdessen schreibt Der Standard über die Blockade bei der Umsetzung der Lohntransparenz-Richtlinie – und nimmt dabei Bezug auf unsere Szenarienrechnung. Und die Kronen Zeitung thematisierte die Aktivpension mit Verweis auf unsere Kritik zur sozialen Schlagseite dieser Maßnahme.

Vergangenes Wochenende ging die erste re:publica Vienna über die Bühne, darüber berichteten der Falter, NEWS und der Kurier. Als Überraschungsgast machte Collien Fernandes das Programm komplett. Ihr Talk mit Barbara Blaha war in aller Munde, auch Der Standard berichtete darüber. Dieses und weitere Highlights könnt ihr ab sofort auf OKTO TV online nachsehen!