Mindestpension und Mindestsicherung bleiben hinter Teuerung bei Grundbedürfnissen zurück

Zum morgigen Tag der Armut machen wir auf eine zunehmende Schieflage im Sozialsystem aufmerksam: Die Mindestpension und Mindestsicherung bleiben hinter der Teuerung bei Grundbedürfnissen zurück. Unsere Analyse zeigt, wie sich diese Diskrepanz über die Jahre aufgebaut hat.

Zum morgigen Tag der Armut (Samstag, 17. Oktober), machen wir auf eine zunehmende Schieflage im Sozialsystem aufmerksam: Die Mindestpension und Mindestsicherung bleiben hinter der Teuerung bei Grundbedürfnissen zurück. Unsere Analyse zeigt, wie sich diese Diskrepanz über die Jahre aufgebaut hat.

Die Preise für Grundbedürfnisse stiegen stärker als die Mindestpension und Mindestsicherung. Dieses Liniendiagramm des Momentum Instituts vergleicht die Entwicklung des Grundbedarfs-Index (in Orange) mit der Ausgleichszulage (in Braun) von August 2021 bis August 2026. Die orangene Linie zeigt durchgehenden Anstieg auf 35,0 Prozent, die braune Linie steigt stufenweise und erreicht 30,8 Prozent. Eine wachsende Lücke zwischen beiden Kurven verdeutlicht, dass staatliche Unterstützung nicht mit der Teuerung beim Wohnen, Energie und Lebensmitteln mithält.

Der Grundbedarfs-Index, der Wohnkosten, Energie und Lebensmittelpreise abbildet, ist zwischen August 2021 und August 2026 um 35 Prozent angestiegen. Die Ausgleichszulage (Mindestpension) hingegen hat die Regierung lediglich um 30,8 Prozent angepasst. Daraus resultiert eine Lücke von 4,3 Prozentpunkten. Das ist eine Situation, die auf ohnehin vulnerable Gruppen trifft.

#Herbstlohnrunde: KV-Löhne in vier von fünf Branchen niedriger als 2019

Die Teuerung der vergangenen Jahre ist bei den kollektivvertraglichen Mindestlöhnen noch nicht vollständig aufgeholt. In vier von fünf untersuchten Branchen, die heuer in der Herbstlohnrunde verhandeln, liegen sie inflationsbereinigt unter dem Niveau von September 2019. Das zeigt unsere Berechnung zum Auftakt der KV-Verhandlungen bei den Eisenbahnen am 12. Oktober.

Säulendiagramm des Momentum Instituts: In den meisten Branchen der Herbstlohnrunde sind die Reallöhne, also die inflationsbereinigten Löhne, seit September 2019 leicht gesunken. Stand September 2026: Eisenbahn/ÖBB minus 1,8 Prozent, IT minus 1,6 Prozent, Handel minus 1,3 Prozent, Handwerk und Gewerbe minus 0,3 Prozent. Nur die Güterbeförderung verzeichnet ein Plus von 0,3 Prozent. Über alle Kollektivvertragsbranchen beträgt der Rückgang 0,9 Prozent; dieser Vergleichswert ist dunkelrosa hervorgehoben. Quelle: Statistik Austria, eigene Berechnung. Für Handel und Güterbeförderung wird jeweils der Durchschnitt von Angestellten und Arbeiter verwendet. Die Septemberinflation 2026 ist mit 3,6 Prozent laut WIFO-Schnellschätzung berücksichtigt.

#Kinderbildung und -betreuung: Zwischen Betreuungsplatz und Vollzeitjob

In einem neuen Policy Brief haben wir die Kinderbetreuung in Österreich auf drei Ebenen analysiert: EU-Vergleich der Betreuungsquoten, Bundesländervergleich zur VIF-Konformität (Vollzeit-Tauglichkeit nach strengen Kriterien), und detaillierte Bezirksanalyse von 93 Bezirken mit Verknüpfung zu weiblichen Teilzeitquoten. Die Analyse zeigt: Die regionalen Unterschiede sind extrem: Schärding 1 Prozent vs. Eisenstadt 100 Prozent VIF-Quote.

Die Grafik trägt den Titel „Vollzeittaugliche Kinderbetreuung – Die Top- und Flop-10-Bezirke“. Sie zeigt ein Ranking der österreichischen politischen Bezirke nach dem Anteil der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren, die mit einer Vollzeitbeschäftigung vereinbar sind. Dargestellt sind die zehn Bezirke mit den höchsten und die zehn Bezirke mit den niedrigsten Anteilen. Zu den Bezirken mit den höchsten Betreuungsquoten zählen Schärding, Murau und Liezen. Die Grafik verdeutlicht damit die großen regionalen Unterschiede bei der vollzeittauglichen Kinderbetreuung.

#Zündstoff LIVE - Special guests: Ingrid Brodnig & Christl Clear

Der Sommer ist jetzt endgültig vorbei. Das Gute daran: Auch unser Live-Podcast beendet seine Sommerpause! ZÜNDSTOFF Live geht am 2. November in seine nächste Runde, diesmal dreht sich alles um das Thema “Hass im Netz”. Zu Gast in der Kulisse Wien sind Ingrid Brodnig und Christl Clear. Tickets gibt es hier. Die letzte Folge zum Thema Smart Glasses kannst du dir außerdem hier ansehen. 

#Fun Facts Österreich mit Barbara Blaha

Fakten haben es nicht leicht in den sozialen Medien. Da helfen Fun Facts nach: Ein neues, humorvolles Nachrichtenformat fürs Internet im deutschsprachigen Raum. Das Ziel: Fakten mit Humor und Prominenz zu mehr Reichweite verhelfen. Deshalb präsentieren wechselnde Hosts im Stadtsaal Wien, was wirklich wichtig ist. Am 31. Oktober ab 11:00 Uhr könnt ihr bei Barbara Blahas Live-Aufzeichnung dabei sein – mit Kabarettprogramm im Anschluss. Tickets gibt es hier.

#Abendseiten by Barbara Blaha – der neue Steady Newsletter

Jeden Tag passiert irgendwas. Eine neue Schlagzeile, die nächste politische Debatte, noch ein Aufreger. Es prasselt nur so auf uns ein und wir? Scrollen weiter. Was fehlt, ist manchmal die Zeit, bei einer Sache zu bleiben. Nachzulesen. Einen Zusammenhang herzustellen. Einen Gedanken noch einmal umzudrehen. Genau dafür macht Barbara Blaha jetzt die Abendseiten. Alle zwei Wochen, direkt in dein Postfach. Zum Lesen, wenn du Zeit hast.

#Momentum in den Medien

Eine der wichtigsten Maßnahmen, welche die Regierung hinsichtlich unseres Pensionssystems machen kann, ist auf eine aktive Arbeitsmarktpolitik zu setzen. Das ist die beste Vorsorge für gute Pensionen, denn schon jetzt schaffen es etliche Menschen nicht im Beruf bis zur Pension. Oder sie finden gar keinen Arbeitsplatz mehr, weil die Unternehmen sie nicht mehr einstellen, sagt Momentum-Ökonom Nicolas Prinz im Gespräch bei ORF Radio Vorarlberg.

Die Teuerung liegt derzeit bei 3,6 Prozent. Allein 0,8 Prozentpunkte davon gehen auf höhere Gewinnspannen der Mineralöl-Konzerne zurück. Von einer Branche, die jeden Cent zum Überleben braucht, kann aber keine Rede sein, schreibt Barbara Blaha im Gastkommentar für die Kleine Zeitung.

Zitatkachel mit Foto von Barbara Blaha. Sie schreibt in der Kleinen Zeitung: Die Margenerhöhungen der Mineralöl-Konzerne treiben die Teuerung für alle nach oben, ob man ein Auto besitzt oder nicht.

Außerdem gab Barbara Blaha dem Volkshilfemagazin ein Interview über Ungleichheit, Zukunft und die Klassenfrage. Und auch in der Ö1-Sendung Diagonal war sie zu hören, wo es um Führungskräfte ging: “Eine wird’s schon richten – Diagonal zur Person Chefin”.

Im Moment Magazin kommentiert Momentum-Chefökonom Oliver Picek die Anhebung des Pensionsantrittsalters bei Frauen. Seitdem haben wir 54.000 beschäftigte Frauen über 60 Jahre mehr, die sonst in Pension wären. Gleichzeitig haben wir fast eins zu eins so viele Arbeitslose mehr: nämlich 53.000.

Zitatkachel mit Foto von Oliver Picek. Er schreibt auf Moment.at: Für jede beschäftigte Frau, die später in Pension geht, gibt es derzeit eine arbeitslose Person mehr, die auf ihren Job sehnsüchtig wartet und ihn nicht bekommt.

In der Zwischenzeit wurde unsere Analyse zum Start der KV-Verhandlungen bei den Eisenbahnen von zahlreichen Medien aufgenommen, darunter die Kronen Zeitung, die Salzburger Nachrichten und die Wiener Börse. Und der Standard berichtete, warum die Teuerung niedrigere Einkommen stärker trifft und wie die Kaufkraft erhalten werden kann.

Dass die re:publica Vienna hochkarätige Speaker:innen auf der Bühne hatte, zeigt auch das Medienecho: Der Standard interviewte die Kommunikationswissenschafterin Nadia Zaboura zu rechtsextremen Strategien und die Ö1-Sendereihe ‘Digital Leben’ räumte auf mit Online-Quacksalberei.

Auch unser Policy Brief zur Kinderbetreuung schlug bereits Wellen, insbesondere in den Bundesländern: So schrieben etwa der ORF Steiermark, die Kleine Zeitung und die Regionalmedien darüber.

Kommenden Mittwoch, den 21. Oktober ab 21:05 Uhr gibt es wieder Zündstoff für OKTO TV: Unter dem Titel “Vermieten verbieten?” mit Max Leschanz und Jean-Philippe Kindler geht es in dieser Folge des Live-Podcasts von Moment.at um leistbares Wohnen. Die letzte Folge zum Thema Wehrpflicht könnt ihr übrigens hier in der Oktothek nachsehen.

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