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Verbund: Übergewinne sprudeln, Haushalte zahlen drauf
Österreichs größter Stromerzeuger, die Verbund AG, präsentierte diese Woche seinen Konzernbericht für 2025. Während die Haushalte mit immer höheren Stromrechnungen kämpfen, sprudeln beim Verbund milliardenschwere Gewinne. Abgeschöpft wird davon nur ein Bruchteil. Die Lösung: ein Wasserzins wie in der Schweiz.
Österreichs größter Stromerzeuger, die Verbund AG, präsentierte diese Woche seinen Konzernbericht für 2025. Während die Haushalte mit immer höheren Stromrechnungen kämpfen, sprudeln beim Verbund milliardenschwere Gewinne. Abgeschöpft wird davon nur ein Bruchteil. Die Lösung: ein Wasserzins nach Schweizer Vorbild.
Zwar gibt es bereits einen Mechanismus zur Abschöpfung von Übergewinnen: den Energiekrisenbeitrag, doch dieser ist zahnlos ausgestaltet. Von insgesamt 4,65 Milliarden Euro an zusätzlichen Verbund-Gewinnen wurden bis 2025 nicht einmal 6 Prozent – eine Viertelmilliarde Euro in vier Jahren – abgeschöpft. Der vorgeschlagene Wasserzins hingegen wäre mit 1,74 abgeschöpften Milliarden an Übergewinnen 6-mal effektiver.
#Studie: Medien blenden Profite als Preistreiber systematisch aus
Die öffentliche Debatte über Inflation in Österreich folgte bisher einem einseitigen Drehbuch. Schuld sind vor allem äußere Faktoren wie Energiepreise, Lieferkettenprobleme oder die Geldpolitik. Eine neue Policy Note des Momentum Instituts zeigt nun, dass diese Erzählung zentrale Aspekte unterbeleuchtet, insbesondere die Rolle von Unternehmensgewinnen. Die Studie macht deutlich: Wer bestimmt, wie über Inflation gesprochen wird, beeinflusst auch, welche Lösungen als denkbar gelten.
#Wohnkosten: Fast 90 Prozent der Privatmiete fließen an reichstes Fünftel
Die Wohnkostenbelastung ist höchst ungleich verteilt. Unsere Analyse zum Wohneigentum zeigt: Nur 8,5 Prozent der Haushalte besitzen zusätzliche Immobilien, die vermietet werden können. Gleichzeitig fließen 71,6 Prozent der privaten Mieteinnahmen an das reichste Vermögenszehntel. Um Wohnen langfristig leistbar zu machen, braucht es eine strengere Mietpreisbremse, die Überarbeitung des Betriebskostenkatalogs und Leerstandsabgaben.
#Zündstoff: Live-Podcast mit Markus Marterbauer und Marlene Engelhorn
Hier wird gezündelt: Der neue Podcast von moment.at und dem deutschen Autor und Podcaster Jean-Philippe Kindler zerlegt neoliberale Märchen und das ganz normale Elend des öffentlichen Diskurses. Scharf, klug und mit Humor als Mittel des Angriffs. Unterstützt werden sie dabei von wechselnden Überraschungsgästen. Die erste Live-Aufnahme findet am 23. März in der Kulisse mit Verteilungsgerechtigkeits-Aktivistin Marlene Engelhorn und Finanzminister Markus Marterbauer statt. Hier könnt ihr euch noch letzte Tickets sichern.
#Momentum in den Medien
Eine Mineralölsteuer-Senkung bedeutet: noch weniger Einnahmen für das knappe Staatsbudget. Eine Begrenzung der Gewinn-Margen bedeutet hingegen: die Übergewinne der Raffinerien nicht weitersprudeln zu lassen. Letzteres senkt Spritpreise gerecht und nachhaltig, sagt Barbara Schuster im ZIB Talk auf ORF2.
Für viele Haushalte bringt die Steuersenkung beim Spritpreis eine kurzfristige Entlastung. Mit Blick auf die Klimaziele sollten solche Maßnahmen aber sorgfältig eingesetzt werden. Eine dauerhafte Verbilligung fossiler Energie kann nicht die Lösung sein, sagt stv. Chefökonomin Barbara Schuster im Interview auf PULS24.
Mädchen lernen von klein auf, beim Putzen, Kochen oder der Betreuung von Geschwistern mitanzupacken. Von Buben wird das seltener erwartet. Dieser sogenannte Gender-Care-Gap zeigt sich später auch bei der verschwindend geringen Beteiligung an der Väterkarenz, sagt Sophie Achleitner auf PULS24.
Neben dem Gender-Care-Gap beginnt auch die geschlechtsspezifische Pensionslücke bereits im Kinderzimmer, wie das Magazin ‘Arbeit & Wirtschaft’ berichtet. Außerdem erklärt Gleichstellungsexpertin Sophie Achleitner gegenüber der Presse, welche Hürden Frauen in der Wissenschaft begegnen. Und die Vorarlberger Nachrichten verweisen auf unsere Analyse zur Lohndiskriminierung bei Frauen mit Migrationsgeschichte oder gesundheitlichen Einschränkungen.
Wie wir bessere Bedingungen für Frauen schaffen können? Barbara Blaha sagt auf PULS24 was es dafür braucht: bessere Kinderbetreuung, verpflichtende Väterkarenz, Lohntransparenz und die Aufwertung von typischen "Frauenbranchen". Bezahlen wir die Arbeit der Frauen, wie sie in Wahrheit ist: systemrelevant, anspruchsvoll und unverzichtbar.
Eine Studie zu männerdominierten Branchen in Niederösterreich zeigt: 57 Prozent der Frauen haben bereits sexuelle Belästigung im Job erlebt. Danach ziehen Betroffene oft die naheliegende Konsequenz: gehen. Das schreibt Barbara Blaha im Gastkommentar für die Kleine Zeitung.
Nach den Vorwürfen sexueller Belästigung im ORF ist entscheidend, wie damit umgegangen wird: Welche Umstrukturierungen können verhindern, dass sich solche Vorfälle in Zukunft wiederholen? Was #MeToo uns gelehrt hat: Es sind fast nie Einzelfälle, sagt Leonhard Dobusch auf PULS24.
Unsere neue Studie zur Inflations-Berichterstattung landete bereits im Standard. Das Fazit: Meist wurde die hohe Teuerung als importiertes, externes Problem dargestellt – und zu selten als Folge von: Profitgier. Währenddessen berichtete die Wiener Zeitung über unsere Analyse zur ohnehin schon unterdurchschnittlichen Besteuerung von Treibstoff in Österreich. In den Salzburger Nachrichten gab es über die erneuten Übergewinne des Verbunds einiges zu lesen. Und die Dolomitenstadt nahm unsere Analyse zu den Wohnkosten in ihre Berichterstattung auf.
#re:publica Vienna 2026
Das wichtigste europäische Festival für digitale Gesellschaft, Politik, Tech und Kultur kommt am 2. und 3. Oktober nach Wien. Sei dabei und sicher dir dein Ticket: vienna.re-publica.com/de
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